Die Geschichte der Wildwasser Paddel-Ausrüstung: "Bergesystem"
 
The History of Whitewater Paddling Equipment: Tow Line "Buddy Line"

 
 
Aus heutiger Sicht war das Bergesystem eine überflüssige Bastelkonstruktion, aber so einfach liegt die Sache nicht. Denn als das Bergesystem 1984 in Serie ging, da waren auch heutzutage selbstverständliche Erkenntnisse und Produkte noch unbekannt.
Misslang nach einer Kenterung auf einem wasserreichen Fluss wie beispielsweise der Unteren Oetz die Eskimorolle, dann war die schnellste Rettung des Schwimmers das Anbieten der Bootsspitze. Voraussetzung bei dieser Methode ist immer, dass der Schwimmer auch in der Lage ist sich selber dort festzuhalten. Ansonsten funktioniert diese Technik nicht, denn kein Bootfahrer kann gleichzeitig einen Schwimmer festhalten und dabei ans Ufer paddeln. Dazu braucht es eine Schleppvorrichtung, die schnell einsatzfähig ist und sich im Notfall wieder trennen lässt, am besten sogar automatisch. Außerdem war klar, dass diese Schleppvorrichtung sich dann auch perfekt zur Materialbergung eignen würde, denn Boote waren damals fast vier Meter lang und entsprechend unhandlich. So gesehen war der Erfolg des Bergesystems dann doch nicht so verwunderlich wie er heute erscheinen mag.
Kürzere Boote ermöglichten bald auch kürzere Schleppleinen, damit war der Weg frei für den inzwischen üblichen Bungee-Cowtail; Schwimmwesten mit Notauslöse-Brustgurt sind heute allgemeiner Standard. Ausgerüstet mit modernem Equipment und dem heutigen Wissen lässt sich jetzt natürlich leicht schmunzeln über Leute, die damals in den achtzigern kleine Löcher in ihre Kajaks bohrten um daran das Bergesystem zu befestigen.
(Horst Fürsattel, Oktober 2019)
 
 
WHITEWATER TOWLINE "BUDDY LINE"
From today's point of view the BUDDY LINE was a needless handicraft construction, but it is not that simple. When the BUDDY LINE went into serial production in 1984, today's knowledge and products were undeveloped as well.
If the “eskimo roll” failed after capsizing on a large river such as the Lower Oetz, the fastest way to rescue the swimmer was to offer him the bow or stern of the kayak. The precondition for this method is that the swimmer is able to hold himself there. Otherwise this technique does not work, because no boater can hold a swimmer and paddle towards the shore at the same time. This requires a towing device that is quickly ready for use and can be released in an emergency, preferably automatically. In addition, it was clear that this towing device would then also be perfectly suited for equipment recovery, as boats were almost four metres long and accordingly heavy when full with water at that time. With this in mind, the success of the BUDDY LINE was not as surprising as it may seem today.
Shorter boats allowed shorter towing lines, which cleared the way for the now common “Bungee Cowtail”, and life jackets with safety harnesses are common standard today. Equipped with modern equipment and today's knowledge, it is now easy to smile about people who drilled small holes in their kayaks to attach the BUDDY LINE in the '80s.
(Horst Fürsattel, October 2019)

 

 

Das Bergesystem kam als Bausatz. Die Kombination aus Fixlock-Klemmdeckelschnalle und Gurtband fing bei 90 „kg“ Zug an zu rutschen und funktionierte so als automatische Überlastauslösung. Weniger spektakulär und ebenso zuverlässig funktionierte die Trennung vom „Schleppgut“ durch manuelles Öffnen der Klemme. Als weitere Sicherung war obendrein die Nylonschraube gedacht, sie bildete eine entsprechend dimensionierte Sollbruchstelle.
Die anfänglich benutzte Reepschnur wurde später durch eine speziell geflochtene Kordel ersetzt, die bessere Ruckdämpfung brachte. Der Karabiner wurde bald mit dem „Kajaksport-Karabiner“ ersetzt, der mit seiner überstehenden Fangnase schnelleres „Einfangen“ und einhändige Bedienung ermöglichte.
 
The BUDDY LINE came as a kit. The combination of Fixlock buckle and webbing started to slide at 90 “kg” load and worked as an automatic overload release. Less spectacular and just as reliable was the release of the "towed load" by manually opening the clamp. The nylon screw was also intended as a further safety device, forming an appropriately dimensioned predetermined breaking point.
The rope used in the beginning was later replaced by a specially braided cord, which provided better shock absorption. The karabiner was soon replaced by the "Kayaksport-Karabiner", which enabled faster "catching" and one-handed operation with its prominent catch nose.
 

Man beachte: Preis in D-Mark und "West-Germany". Die Wiedervereinigung war 1989....
 
Please note: Price still in D-Mark and "West-Germany". The reunification happened in 1989....
 

 

 
 
 
Mythen und Gerüchte
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